FT-Kurve Bundesliga

„Arrogant & kompliziert“: Harte Urteile über Riera

Albert Riera ist der Mr. X, der Eintracht Frankfurt wieder in die Spur bringen soll. Der Spanier steht für attraktiven Fußball und hat schon eine gesamte Liga gegen sich aufgebracht.

von Dominik Sandler
3 min.
Albert Riera war Trainer von Girondins Bordeaux @Maxppp

Für seine emotionalen Ausbrüche war Dino Toppmöller eher weniger bekannt. Der 45-Jährige trat in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt meist eher reserviert auf. Am Ende konnte er die Mannschaft mit seiner Art weder taktisch noch emotional noch erreichen.

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In Albert Riera, der womöglich sogar schon bis zur Partie am Samstag (15:30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen übernehmen soll, hat die SGE jetzt einen gänzlich anderen Trainertypen an der Angel. Der Spanier ist mit seiner Mannschaft NK Celje in Slowenien das Maß aller Dinge. Er feierte den Pokalsieg in der Vorsaison, führt in dieser Saison die Liga mit deutlichem Abstand an und überrascht mit Celje auch in der Conference League. Riera reitet seit Monaten auch persönlich auf einer Erfolgswelle und überzeugt in Slowenien mit attraktivem Offensivfußball. Das dürfte die Fans der Eintracht freuen.

Respektlos, arrogant: Viel Kritik an Riera

Weniger erfreulich war Rieras Zeit bei Girondins Bordeaux vor dem Celje-Engagement. Innerhalb weniger Monate hatte der 43-Jährige dort die gesamte Ligue 2 gegen sich aufgebracht, erinnert sich Hanif Berkane von der FT-Partnerseite Foot Mercato: „Er ist ein sehr arroganter Trainer, der während seiner Zeit in Bordeaux bei Pressekonferenzen eine Reihe arroganter Äußerungen gemacht hat. Er hat immer die gegnerischen Trainer herabgewürdigt und seine eigenen Qualitäten hervorgehoben.“

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Rieras Vorgänger bei Bordeaux, David Guion, sagte damals über den Spanier: „Ich trainiere seit fast zehn Jahren in der Ligue 1 und Ligue 2 und habe noch nie einen Trainer gesehen, der so respektlos gegenüber seinen Kollegen ist.“ Und Guion war beileibe nicht der einzige Trainer, den Riera gegen sich aufbrachte: „Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige“, so etwa Patrice Garande über den Trainerkollegen.

In Bordeaux, Rieras dritter Station als Profi-Trainer, war nach nur neun Monaten schon wieder Schluss. Der ehemalige spanische Nationalspieler hatte mit klaren Prinzipien, deutlichen Aussagen und seinem Spielstil Eindruck hinterlassen – in negativem, aber durchaus auch positivem Sinne: „Wie Bordeaux unter ihm gespielt hat, hat mir gefallen. Ich glaube nur, dass die Spieler nicht gut genug waren für das, was er von ihnen verlangt hat. Aber für mich ist er immer noch ein Trainer mit sehr guten Ideen und er könnte in der Bundesliga funktionieren, weil sein Fußball offensiv ist“, so FT-Korrespondent Berkane.

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Auf Artetas Spuren

Rieras Vorstellungen von Fußball sind laut Berkane ähnlich zu denen von Mikel Arteta beim FC Arsenal. „Er möchte alles kontrollieren und setzt dabei auf Taktiken, die für die Spieler manchmal zu kompliziert sind.“ In der aktuell durchaus kritischen Lage, in der sich die Eintracht befindet, ist die Verpflichtung von Riera also durchaus ein Wagnis.

Denn Frankfurt muss in erster Linie die Defensive in den Griff bekommen. In allen fünf Partien in diesem Kalenderjahr kassierten die Adlerträger drei Gegentreffer. Die fehlende Konsequenz in der Abwehr kostete Toppmöller am Ende den Job. Der noch unerfahrene Riera muss also bei seiner ersten Station in einer der europäischen Top-Ligen zunächst Probleme lösen, ehe er seinen Stil implementieren kann. Ob er dazu bereit und in der Lage ist, wird sich zeigen.

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